Eine Ode an den Sommer


Manche von Euch mögen sich vielleicht fragen: "Welcher Sommer?", aber ich fand ihn wunderbar. Hitze vertrage ich nicht mehr gut, und Hitze in Verbindung mit körperlicher Arbeit in der Küche oder im Service sowieso nicht.


Ich geniesse meine letzten paar Ferientage, groove mich schon langsam wieder auf die Arbeit am Wochenende ein und fühle noch immer ein bisschen Sand zwischen den Zehen, Ostseewind, der meine Haare verweht und rieche den Duft der Pferde.

Ich habe nichts Spektakuläres gemacht die letzten 3,5 Wochen, aber ich hatte immer tolle Menschen um mich, konnte mir Zeit für meine Liebsten und meine Freunde nehmen, und durfte noch ein paar Tage auf einem Hof mit Pferdeflüsterern verbringen.


Keine Angst, genau mit diesem Urlaubsziel, an das ich 2019 zum ersten Mal regelrecht geflüchtet bin, verbindet mich die Freundschaft zu zwei Pferdebegeisterten, die Euch ein herrliches Sommerkuchen-Rezept beschert: den Mallorquinischen Mandelkuchen.

Sehr einfach, glutenfrei und von mir mit sommerlichen Früchten verfeinert.


Das Rezept folgt am Ende des Blogeintrags - zur Info für alle die nun nicht mehr weiterlesen möchten ;)


Das Rezept hat mir Marcel dieses Jahr gegeben. Ihn (Ecke Düsseldorf) und Britta (aus Berlin) lernte ich im Sommer 2019 an der Ostsee kennen, da wir alle einen legendären Pferdeflüsterer bei der Arbeit erleben wollten.

Wir Drei sind seitdem befreundet, reden uns aus der Ferne gut zu was den Umgang mit den eigenen Pferden betrifft, und treffen uns jedes Jahr zur selben Zeit wieder am selben Ort für eine Woche. Beide haben direkt mein neues Buch bestellt, kaum war es erschienen, und bei Marcel Zuhause wurde daraufhin so dermassen viel nachgebacken (hauptsächlich Zimtschnecken), dass ich um den Rücken seines Pferdes fürchten musste!

Im Gegenzug bekam ich von ihm dieses mehrfach erprobte Rezept, welches meine Gäste auch gleich begeisterte, nicht nur die Mehl-Allergiker.


Britta, Marcel und ich hatten auch in diesem Jahr wieder eine magische Woche an der Ostsee und mit den Pferden. Die ersten beiden Tage war ich dort wie erschlagen von der frischen Luft und der Gewissheit, von der Pensionsmutter völlig umsorgt zu sein und mich um nichts außer mir selbst kümmern zu müssen. Ich habe tagsüber Schlafpausen eingelegt und nachts trotzdem geschlafen wie ein Baby, herrlich!

Wart Ihr schonmal alleine im Urlaub? Wer sich selbst beschäftigen kann und mit sich im Reinen ist oder ins Reine kommen möchte, dem kann ich das nur empfehlen. Idealerweise eignet sich hierfür ein besonders schöner Ort.





Ich hatte also wieder viel Zeit für mich und versuche nun diese innere Ruhe mit in den Arbeitsalltag zu nehmen, und ihn so lange wie möglich zu bewahren. Denn bei aller Freude, Euch wieder bewirten zu dürfen, bleiben ein wenig Sorge und Organisationsschwierigkeiten, was die neuen Vorschriften und den Personalmangel betrifft.


Dennoch freue ich mich sehr auf kommenden Samstag (11.9.) !

Ich sperre zum letzten Mal in diesem Sommer die Strasse vor dem K'ffeehaus und habe lauter wunderbare Menschen eingeladen: Ina & Andre vom Foodtruck "Die gute Laune" machen uns tolle Burger und leckere Waffeln, Dschän (alias Jan, Acoustic Singer & Songwriter) spielt für uns selbstgeschriebenen Rock & Pop, und am Abend liest meine talentierte und wundervolle Freundin Karin Kontny aus ihrem neuesten Werk "Wir aber gingen so".


Karin, Schriftstellerin und Journalistin, hatte auch die Idee, ihre Gage dieser Lesung zu spenden. Und zwar für etwas richtig Gutes. Der Reutlinger "Zeit"-Journalist Wolfgang Bauer hat Anfang September mithilfe der Aktion #kabulluftbrücke 25 Menschen - vorwiegend Kinder und Frauen - aus Kabul gerettet. Der Reutlinger OB und der Landrat haben diesen eine Unterbringung in Reutlingen zugesichert. So viel Mut und Engagement rühren uns und geben Zuversicht, finde ich.

Also kommt am Samstag zu uns, gönnt Euch einen schönen Abend und Karins Lesung, hierfür verlangen wir 10€ Eintritt (der an die 25 Geflüchteten gespendet wird) und bitten um Anmeldung an alex@kffeehaus.de

Ich selbst gebe von den Einnahmen des Tages etwas dazu.


Und nun, last but not least, das Rezept!!! (Deutsch-LK Nerds wie mir gefällt der Titel aufgrund der wunderschönen Alliteration ganz besonders):


Marcels Mallorquinischer Mandelkuchen

(glutenfrei & wahlweise mit Pfirsichen)

ZUTATEN:


150 g Puderzucker

200 g geschälte, gemahlene Mandeln

Schale einer Zitrone

6 beste Eier

Prise Salz

1/2 TL Zimt

Optional: 3 frische Pfirsiche, in Würfel geschnitten



ZUBEREITUNG:


  • eine runde Springform mit 26 cm Durchmesser fetten und den Boden mit Backpapier auslegen, den Backofen auf 175 Grad Umluft vorheizen

  • die Eier trennen und das Eiweiss mit dem Handrührer oder der Küchenmaschine sehr steif schlagen

  • in einer separaten Schüssel den Abrieb der Zitrone, die Eigelbe, den Puderzucker, die Mandeln, Zimt & Salz zu einer homogenen Masse verrühren, anschliessend den Eischnee mit einem Schneebesen vorsichtig unterheben

  • Die Masse in die Springform füllen und glattreichen, die Pfirsichwürfel darauf gleichmässig verteilen und den Kuchen im Backofen ca. 50-60 Minuten goldbraun backen -> wie immer gilt: jeder Ofen ist anders! Bitte macht die Stäbchenprobe um zu prüfen ob der Teig gut durch ist, der Kuchen sollte fluffig sein

  • Nach dem Backen ca. 1 Stunde abkühlen lassen, etwas Puderzucker drüberstreuen und gerne noch warm mit Eis oder Sahne servieren

  • Übrigens: das Original ist ohne Obst! Jedoch finde ich Pfirsiche oder auch frische Birnen dazu ganz wunderbar. Auch Sauerkirschen aus dem Glas eignen sich (z.B. für eine Wintervariante)

(das Foto stammt von Marcels und Heinz, die sofort ein Drittel des Kuchens begeistert verschlungen haben!)


Ich wünsche Euch Allen nun einen schönen Altweibersommer, genießt den Rest der Sommerferien, macht es Euch schön und umgebt Euch mit viel Liebe!

Ich lasse Euch noch ein paar Zeilen von Rainer Maria Rilke da, der mich mit seinen Gedichten diesen Sommer begleitet hat.


Alles Liebe,

Eure Alex


Sommerabend

Die große Sonne ist versprüht,

der Sommerabend liegt im Fieber,

und seine heiße Wange glüht.

Jach seufzt er auf: "Ich möchte lieber..."

Und wieder dann: "Ich bin so müd..."


Die Büsche beten Litanein,

Glühwürmchen hängt, das regungslose,

dort wie ein ewiges Licht hinein;

und eine kleine weiße Rose

trägt einen roten Heiligenschein.


R.M. Rilke





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